zurück

 
Editorial
     
 

Um es gleich vorwegzunehmen, Ferdinand Preiss war mein Großvater. Das allein wäre schon Grund genug, eine Web-Site über ihn anzulegen, aber obendrein ist er auch noch ein berühmter Großvater. Als er noch unbekannt war und ich ein Kind, gehörte ich schon zu seinen größten Bewunderern. Damals, in den 50er Jahren, hätte man seine Skulpturen vermutlich für ein Spottgeld erstehen können. Als das Art Déco Anfang der 70er Jahre wieder in Mode kam, änderte sich das. Die Preiss-Skulpturen entwickelten sich zu kleinen Sensationen auf dem Kunstmarkt und erzielten auf Auktionen aufsehenerregende Preise. Dem unbekannten Künstler, der mit F. Preiss signierte, gab man die Vornamen Fritz oder Frederic und vermutete in ihm einen gebürtigen Österreicher oder Tschechen. Dabei wurde Ferdinand Preiss dort geboren, wo die meisten deutschen Elfenbeinschnitzer herkommen, in Erbach im Odenwald.

Im Laufe meines Lebens sind mir viele seiner Skulpturen begegnet: in Antiquitätengeschäften zu mehr oder weniger unerschwinglichen Preisen, mal als Originale und dann auch als Fälschungen, und in vielen Fotobänden über die Zeit des Art Déco. Mein Großvater ist also heute kein unbeschriebenes Blatt. Nur im Internet ist er noch ein Novum. Vielleicht ergibt sich darüber die Möglichkeit, mit Sammlern aus aller Welt in Kontakt zu kommen. Möglicherweise ließe sich sogar eines Tages eine Ausstellung initiieren, in welcher die schönsten der über 200 verschiedenen Modelle zu sehen sind, die Ferdinand Preiss entworfen hat.

Schreiben Sie mir, wenn Ihnen die Preiss-Plastiken gefallen oder wenn Sie selbst Sammler sind oder wenn Sie eine Frage haben. Ich freue mich auf Ihre Leserpost.

Jutta Stern geb. Preiss

 

 
  Inhalt / Kontaktadresse