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Herstellungsprozess der kombinierten Bronze-Elfenbein-Figuren
 

Preiss modellierte seine Modelle immer zuerst in Plastilin. Das Modell hat er dann in Gips abgegossen. Dieses Gipsmodell wurde nun überarbeitet, Material wurde aufgetragen oder abgeschliffen und die Oberfläche geglättet. Von diesem Gipsmodell wurde in der Gießerei ein Probeguss als Gesamtmodell der Figur hergestellt, evt. in Kunststoff oder auch in Metall. Auf diese Weise entstand ein Original für spätere Abgüsse in Vollbronze.

Schließlich wurde das Gipsmodell an den vorgesehenen Schnittstellen zwischen Elfenbein und Bronze zersägt. Dann mussten die Schnittstellen überarbeitet werden, so dass die Elfenbeinteile später im Inneren der Bronzeteile montiert werden konnten. Dazu wurde ein Konstruktionsplan erstellt, in dem genau festgelegt wurde, wo die Einzelteile später verschraubt werden sollten. (Nur kleine Applikationen wie Schmucksteine und dergleichen wurden mit Kleber befestigt, alles andere wurde gesteckt oder verschraubt.) Die überarbeiteten Gipsteile mussten an den Schnittstellen präzise ineinander passen. Diese Arbeit soll von dem Ziselleur Buscello ausgeführt worden sein, vermutlich in Zusammenarbeit mit Preiss.

Nun waren die Gipsteile fertig für den Guss. Der erste Probeguss könnte in Kunststoff hergestellt worden sein. Nun konnte man noch einmal überprüfen, ob die Konstruktion stabil genug sein würde und gegebenenfalls die Gipsteile noch einmal überarbeiten. Schließlich wurden alle Teile in Metall (Bronze oder Messing) gegossen, auch jene, die später in Elfenbein geschnitzt werden sollten, denn so war gewährleistet, dass alle Teile denselben Schrumpfungsgrad, der beim Metallguss entsteht, aufweisen. Die entsprechenden Metallgussteile für z. B. Kopf, Arme und Beine, konnten in die Kopierfräsmaschine eingespannt werden, um davon Elfenbeinrohlinge herzustellen. Diese mussten dann von Hand überarbeitet und genau an die Metallgussteile (z. B. die Bekleidung darstellend) angepasst werden. Die Metallgussteile wurden feuervergoldet und ggf. mit transparentem Zelluloselack übersprüht. In anderen Fällen wurden die Bronzen kaltbemalt, je nach Modell.

 

F. Preiss übernahm die Endkontrolle bei der Elfenbeinschnitzerei, besonders Gesichter und Hände wurden von ihm oftmals nachbearbeitet. Manchmal wurden die Gesichter und Haare anschließend noch koloriert. Schließlich wurden die Borungen für die Verschraubung vorgenommen und die verschraubte Figur wurde auf einem Sockel montiert.

 

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